Lese-Zeichen e.V.



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Donnerstag | 03.12.2020 | 20:00 Uhr

Neuigkeiten


Manon Hopf erhält das "Raniser Debüt"


Foto: Mirko Lux

Das Thüringer Büro für Literatur und Kunst „Lese-Zeichen“ hat zum siebten Mal das Literaturstipendium „Raniser Debüt“ vergeben. Aus rund 90 Einsendungen wählte die Jury die Dichterin Manon Hopf aus.

Das „Raniser Debüt“ unterstützt Autorinnen und Autoren dabei, die literarische Bühne mit einer eigenen Veröffentlichung zu betreten. Die Stipendiatin Manon Hopf wird ein Jahr lang mit der Dichterin und Lektorin Nancy Hünger an ihrem Manuskript arbeiten, das anschließend publiziert wird. Gefördert wird das „Raniser Debüt“ von der Kreissparkasse Saale-Orla und der Thüringer Kulturstiftung.

Manon Hopf wird während der Stipendienzeit ihren ersten Lyrikband entwickeln. Unter dem Titel "Hand. Arbeit" soll eine Sammlung von Gedichten entstehen, die sich mit Handarbeit auseinandersetzt – Feldarbeit, insbesondere aber Handarbeit von Frauen. Die Gedichte folgen Gesten, fragen nach der Bedeutung der Haptik, beobachten den Vertrag, der nicht übers Wort, doch durch den Handschlag geschlossen wird.

Manon Hopf wurde 1990 geboren. Sie wuchs in Isny im Allgäu auf und lebt in Mannheim. Manon Hopf absolvierte ihr Literaturstudium in Mainz und Frankfurt am Main; sie erlangte den Abschluss Master of Arts im Literarischen Übersetzen aus dem Französischen an der LMU München.


Mittwoch , 11.11.2020


Virginia Woolf: Mrs. Dalloway. Literaturpodcast Blaubart & Ginster


Die wohlhabende Clarissa Dalloway bereitet eine Party vor. Der Soldat Septimus Smith verfällt dem Wahnsinn. Ihnen gehören zwei der Stimmen aus dem Chor der Gedanken, auf die Virginia Woolf in ihrem berühmten Roman unsere Aufmerksamkeit lenkt. Mario Osterland und Ralf Schönfelder haben fasziniert zugehört.



Dienstag , 27.10.2020


„Der verwunschene Berg“ – eine Variation in Echtzeit. Matthias Biskupek zum 70. Geburtstag


Von Martin Straub

Kennen Sie Marius Claudius Zwintzscher? Deutscher Staatsbürger Ost, dann West, zu Gast auch im Hörselberg zu Rudolfstadt, so will es der Dichter, der Ich sagt und doch nicht Ich ist. Der gelangt als Quotensachse im Zuge der digitalen Weg und Winkelmessung aus Ainitzsch kommend nach Rudolfstadt an der Pörze, später der Saale. Seine Geburt fand im Oktober statt. Er war „ein Kind der Kartoffelernte im Sternzeichen der Waage, wie jene Republik, die zwei Wochen vor seiner Geburt im fernen Berlin vom Präsidenten Wilhelm Pieck und dem Sachsen Walter Ulbricht gemacht worden war.“

Nun weiß auch nicht allein der spätere Dichter aus Rudolfstadt, dass die Welt bisweilen seltsam eingerichtet ist: „Minuten tropfen zäh dahin, ziehen sich in die Länge, dauern eine ganze Ewigkeit“ – und „manchmal auch stürzt die Zeit in sich zusammen: verflogene Stunden; Tage wie Lidschläge.“ Wie sie überbrücken, um zu den wahren Sehnsüchten zu gelangen? „Eßen sie das zum Nachtisch, daß noch etwas von mir unter ihnen ist “, empfahl einst ein Zwintzscherscher Vorgenosse, ein Dichter, der züchtig waltenden Hausfrau, nachdem er „zwölf Tage“ in Rudolstadt „mit Eßen, Trinken und Schachspielen oder Blindekuhspielen“ zugebracht hatte. Nun, geneigter Leser, „ich will nicht „aus meinem Nähkästchen plaudern“: Rudolfstadt ist nicht Ainitzsch und im sächsischen Ainitzsch liegt nicht der Hörselberg , denn der Hörselberg liegt im thüringischen Rudolfstadt, auch wenn er da nicht eigentlich liegt, gibt es ihn in Rudolfstadt, an ihm vorbei fließt die Saale in verwunschenen und unverwunschenen Zeiten. Und da hinein tappt unser sächsischer Held, nein, nicht in die Saale, sondern mitten hinein in ein „blauweißes Haus“ und trifft eine Men*ge Volk. Ich sage Men*ge, weil ich korrekt damit sagen will, dass mit eine Men*ge Volk „Kobolde und Feen[…] bucklichte Männlein, Elfen und starke Hänse“, Friedrich von S samt Lotte von L. und manch anderes vereinigt im vergnügten Zusammen in diesem innerstädtischen Berge lebt. Sie versammeln sich, leben für die Kunst, eben ein Theaterensemble. Und das im 20./21. Jahhundert. „Wenn mir in unserer neuen unverwunschenen Zeit“, so der Dichter, sein Ich oder eben doch der Dichter „im Brustton des Allwissens gesagt wird, dass solches im Ordnungsstaat nie und nimmer möglich war: heute diplomierter Kader der Intelligenzija, morgen auf eigenen Wunsch, ohne jeden Personalentwicklungsplan, Lehrling für Theaterklatsch und Kaffeezuträgerei; so akzeptiere ich dies Wissen immer gern, aber staunend.“

Man findet in diesem Berg „viel Bekanntschaft mit der neuen Literatur, Freiheit, Empfindung und Geist.“ „Nein gewiß! Wir wollen uns diesen Sommer und diesen Frühling nicht reuen lassen“, sagte schon der Altvordere“, „er hat unsere Herzen mit schönen seligen Empfindungen bereichert, er hat unsre Existenz verschönt und das Eigenthum unsrer Seele vermehrt.“ Und so spricht er weiter: „Edle Menschen sind schon immer dem Glücke sehr nah“. ja, ja, möchte man sogleich fragen: immer so nah? hat der Hochedle da Recht. Wo er doch einst fragend seufzte: „schöne Welt, wo bist du?“ Deshalb ist der Nachsatz sehr treffend, „wenn nur ihre Seele ein freies Spiel hat. Dieses wird oft von der Gesellschaft, (ja oft von guter Gesellschaft), eingeschränkt.“ Und so geht er, der später Geborene Sachse oder auch Marius Claudius, dahin: knüpft holde Hörselbande, wohl wissend, dass zu Rudolfstadt über solches gesprochen wird. „Hätte man uns erst in unserem engern Kreise beobachtet, wo wir drey ohne Zeugen waren – wer hätte dieses zarte Verhältnis begriffen.“ Naja, in Rudolfstadt wahrscheinlich keiner, aber im Hörselberg schon.

Es ist eben die Crux: „Die Menschen suchen immer gleich Worte zu allem und durch Worte hintergehen sie sich dann.“ Das freilich ist nun schon raunendes Futur. Denn auch im blauweißen Haus zu Rudolstadt musste Mario Claudius Zwintzscher erleben, wie „von ferne … inmitten dieser Idylle stets der Donner des Rates des Kreises [grollte]“. Aber was unseren Helden prägte, er lernte mit einer, na, sagen wir, Zweiweltentheorie umzugehen, weil er sie durchschaute. Da war das „offizielle Leben der Herren mit Schlips und Kragen und Parteibuch“, das fand „auf allen Seiten der Lokalzeitung ‚Volkswacht‘ statt.“ „In unseren Theaterköpfen [hingegen] traten auf die Herren Brook aus England und Szajna aus Warschau. Shakespeares Puck und Rozéwiczs „Komischer Alter“ kabbelten sich bei uns.“ Oder in einer Art Zwischenwelt in Remda, wo man sich sichtlich, so vermute ich von beiden Welten erholte. Und das ist es schließlich: unser Held wird satt von Welterkenntnis, weil das Hörselberg-Theater-Phantasieland rigoros „alle hineinragenden Wirklichkeiten nutzte“.

Das heißt nichts anderes als: irgendwann einmal zieht unser Held aus dem Hörselberg hinaus, schreibt Tagebuch und lernt das der grüne Berg etwas anderes ist als der Hörselberg, dass sich die Welt dreht, bis ihr und ihm schwindlig wird oder dass sie auch stagniert. Und er wird um eine Erfahrung reicher, die besagt, dass die Götter ihren Lieblingen alles ganz geben, alle Freuden, die unendlichen und alle Leiden, die unendlichen auch. Das hat der andere Altvordere gesagt, der war auch immer mal in Rudolfstadt. Aber das ist eine andere Geschichte. Und so sagt dann auch unser Hörselberg-Eleve, nun 70, ein gereifter Mann und mehrfacher Ich-Träger: „Sollte ich irgendwann die richtige Zeit haben, werde ich darüber nachdenken.“ Als denne Quotensachse von „echtem Schrot und Meldekorn, „der Sachse redet überall und immer“.

Nach Texten von Matthias Biskupek; Friedrich Schiller; ein wenig Goethe. Mit Dank an die Schiller-Brief-Botin Daniela Danz


Montag , 26.10.2020


Anleitung zur Unverfügbarkeit. Ein Animationsfilm von Ana Vallejo


Der Mensch will sich die ganze Welt verfügbar machen. Und entfremdet sich dabei von ihr. In 10 animierten Episoden denkt die Künstlerin Ana Vallejo über Unverfügbarkeit nach - über Vergnügen, Verlust, Unerreichbarkeit ...



Dienstag , 20.10.2020


Vom Fruchtfleisch-Alphabet, von leuchtenden Birnen und einer „Carmen“, die im „Trafo“ Hochspannung erzeugte


Foto: Tina Peißker

Dietmar Ebert über die Veranstaltung "DIALOGE: Aki Takase trifft Yoko Tawada" am 17.10.2020 im Trafo Jena

Kaum ist das Eröffnungskonzert der Jazzmeile mit Sarah Buechi, dem Septett „Contradiction of Happiness“ und der Jenaer Philharmonie unter Simon Gaudenz verklungen, so sorgten die Vereine „Jazz im Paradies“ und Lese-Zeichen im Trafo für einen nächsten Höhepunkt. Aki Takase, die japanische, in Berlin lebende Jazz-Pianistin, verspricht stets einen erlesenen musikalischen Abend, und Yoko Tawada, die Chamisso-Preisträgerin, weiß mit der deutschen Sprache zu spielen, dass es eine reine Freude ist. Ob sie sich durch das Fruchtalphabet buchstabierte und resümierte: „Du wirst schon Dein Obst finden“, über „Schweigen und Stille“ oder „Fernaufnahmen aus der Nähe“ philosophierte oder darüber nachdachte, warum den Japanern Baumkuchen das liebste deutsche Gebäck ist, immer ging sie den Worten und Buchstabenfolgen auf den Grund, humorvoll und witzig von Aki Takase am Flügel begleitet. Doch es war keine reine Begleitung, sondern ein sprachlich-musikalischer Dialog, der seinesgleichen sucht. Kurt Schwitters hätte seine helle Freude gehabt.

Ein abschließendes, die deutsche Sprache zergliederndes Gedicht skandierten Yoko Tawada und Aki Takase gemeinsam und trommelten mit den Händen dazu den Rhythmus.
Das Publikum im Trafo reagierte enthusiastisch. Nun gab es eine Zugabe: Yoko Tawada performte ein Gedicht über eine leuchtende Birne. Sie ging der Frage nach, in welcher Sprache sie wohl träume. Die Antwort war, sie träume auf Deutsch, denn im Japanischen könne eine Birne nicht glühen und leuchten. Ich habe mir sagen lassen, in anderen Sprachen auch nicht…


Dienstag , 20.10.2020


Max Frisch: Montauk. Literaturpodcast Blaubart & Ginster


Bei einer Promotionstour in den USA verliebt sich Max Frisch in eine junge Verlagsangestellte. Aus dem gemeinsamen Wochenende in Montauk auf Long Island entsteht sein persönlichstes Buch. Die Suche nach dem roten Faden seines Lebens. Erinnerungen an die Beziehung zu Frauen, darunter Ingeborg Bachmann. Mario und Ralf sprechen über dieses spannende Formexperiment zwischen Tagebuch und Erzählung.



Dienstag , 20.10.2020


Thüringer Literaturtage - digital!


Foto: Ralf Schönfelder

Sie finden die 23. Thüringer Literaturtage unter: www.thueringer-literaturtage.de

Seit Jahren findet der Höhepunkt der Thüringer Literaturtage während des zweiten Juniwochenendes auf Burg Ranis statt. Doch die unsichere Situation öffentlicher Veranstaltungen während der Corona-Pandemie hat uns zu einer Planänderung bewogen. Die vom 11.06. bis 14.06. angesetzten Veranstaltungen werden abgesagt. An ihre Stelle tritt jedoch ein multimediales Festival für das Publikum im Internet, bei dem zahlreiche der angekündigten Künstlerinnen und Künstler mitwirken werden.

Entstehen wird eine Sammlung von Videos, Texten, Animationen und Audiomaterial, die während einer Festivalwoche vom 13.07. bis 19.07. auf www.thueringer-literaturtage.de veröffentlicht werden. Die Dreharbeiten für die Videos finden in den kommenden Wochen auf Burg Ranis statt. Unter anderem werden Lutz Seiler, Katrin Schumacher, Hartmut Rosa, Clemens Meyer, Antje Horn und Mehrdad Zaeri beteiligt sein.

Unter dem Titel „Vorübergehend: unverfügbar“ wird sich das Festival mit den Erfahrungen der letzten Monate auseinandersetzen. Funktioniert unser Alltag nur, wenn die Welt uns zu Diensten steht? Kann aus Kontrollverlust und Unverfügbarkeit, neben aller Beschwernis, auch eine Besinnung auf das Wesentliche wachsen?



Mittwoch , 20.05.2020


Nachruf auf Corina Gutmann


Foto: Frank Gutmann

Am 31. März 2020 starb Corina Gutmann nach langer schlimmer, tapfer ertragener Krankheit. Wir verneigen uns vor ihrem Lebensmut und ihrer Gefasstheit, mit denen sie ihr schweres Schicksal angenommen hat. Voller Hoffnung glaubten sie und wir, dass die Krankheit überwunden ist. Corina war voller Pläne und nahm die Arbeit wieder auf. Umso erbarmungsloser musste sie der Rückschlag treffen, den sie mit allen Konsequenzen ertrug.

Mit dem Verein war Corina seit über 25 Jahren eng verbunden, seit er als Regionalbüro der Stiftung Lesen und später als Thüringer Büro für Autoren-und Leseförderung seine Arbeit aufnahm. Wenn etwas auch den späteren Lese-Zeichen e.V. immer wieder beeinflusste, war es ihre Auffassung von einer lebendigen, vielschichtigen Bibliotheksarbeit. Nicht umsonst wurde die Greizer Bibliothek zwei Mal mit dem Bibliothekspreis der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Deutschen Bibliotheksverbands ausgezeichnet. Wo liegt das Geheimnis dieser Arbeit? „Lies um zu leben“, diese Aufforderung von Flaubert bedeutete Corina viel. Wer ihre Lebensgeschichte kennt, weiß, sie hatte es nicht immer einfach, und sie machte es sich nicht immer einfach. Widerständigkeit, Selbstbewusstsein und Stolz, zugleich aber auch Offenheit, Toleranz und Herzlichkeit waren ihr eigen.

Sie sagte mir, als ich sie wenige Wochen vor ihrem Tode besuchte: Nach der Wende habe ich das Leben lieben gelernt. Seit 1993 Bibliotheksleiterin hatte Corina Gutmann ihre Bestimmung gefunden. Die Greizer Bibliothek war ein Treffpunkt für Jung und Alt, für Oberschüler, Flüchtlinge, Rentner und Erstklässler. Und sie bekamen auch die entsprechenden Programme. Hier trafen sich Reiner Kunze, José Oliver und der Rapper Doppel U, Landolf Scherzer und Clemens Meyer, Lutz Seiler und Bärbel Klässner.

Nicht zuletzt gab und gibt es die Kontakte zur JVA Hohenleuben mit Werkstätten und Ausleihmöglichkeiten. Mit elf Inhaftierten veröffentlichte Corina Gutmann das Buch „Kopfkino“ in der Edition Outbird. Das Resultat sechsmonatiger Arbeit. Texte über Sehnsüchte, Schuld, Schmerz und Träume. Und sie sprach über ihre „Kinder“, „Männer, die eben nicht aus diesem heilen warmen Nest gefallen sind, dass sie eben nicht stark gemacht wurden, dass Gewalterfahrungen von klein auf prägten…“, wie sie im Nachwort schrieb. Corina selbst hatte in ihrer Kindheit und Jugend nicht nur Geborgenheit und Harmonie erfahren. Das machte sie offen für die Sorgen und Nöte anderer, aber auch hellsichtig für verborgene Talente. Es ist schon bemerkenswert, wie sie zu einem starken Leben fand und zugleich damit ein Literatur-und Kunstprogramm formte, in dem das Plädoyer für Demokratie und Toleranz eine Herzensangelegenheit war.

Corina Gutmann und den Lese-Zeichen e.V. verbanden vor allem die Thüringer Literatur- und Autorentage und die thüringenweite Reihe „Wortklang. Lyrik im Konzert“ mit der Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die schließlich nach mehr als 10 Jahren von Lutz Seiler und dem Cellisten Friedrich Thiele zu einem abschließenden Höhepunkt geführt wurde. Corina und ich standen oft genug mit Spannung auf dem Kirchplatz 4 vor der Bibliothek. Natürlich gab es auch immer wieder die bange Frage, kommen genug Leute, wird alles klappen? Dieses gemeinsame Warten wird mir fehlen, genauso wie Corinas herzliche Begrüßungen. Ich habe ihr zu danken. Sie hat mein Leben reicher gemacht.

Martin Straub
Im Namen des Vorstands des Lese-Zeichen e.V.


Donnerstag , 02.04.2020


Letzte Bilder großer Künstler. Literaturpodcast Blaubart & Ginster


Zu den letzten Bildern von Künstlern wie Marlene Dietrich, Jim Morrison, John Lennon oder Geta Garbo gibt es faszinierende Geschichten zu erzählen. Das Buch "final image" nähert sich diesen Bilden in Texten von Mario Osterland und Zeichnungen von Alexander Neugebauer. Wir stellen euch das Projekt vor!



Montag , 16.03.2020


Burroughs: Naked Lunch. Literaturpodcast Blaubart & Ginster


"Naked Lunch" gilt als literarischer Meilenstein der Beat Generation. Eine Sammlung witziger bis düsterer Textfragmente, die sich um Drogen, Sex, Paranoia und vor allem um Macht drehen. Ralf und Mario diskutieren das Buch, seine Entstehung und Rezeption. Daneben gibt es Hörerpost von Charlie Sheen und Nate Diaz - und ganz zum Schluss schaut auch noch Tony Clifton im Studio vorbei!



Mittwoch , 11.03.2020


Joseph Conrad: Herz der Finsternis; Literaturpodcast Blaubart & Ginster


"Der Mensch ist ein bösartiges Tier", schrieb Joseph Conrad in einem Brief. Ralf Schönfelder und Mario Osterland diskutieren Conrads Meisterrezählung "Herz der Finsternis" und die kongeniale Verfilmung "Apocalypse Now". Dazu gibt es Hörerpost u.a. des Seefahrers Leif Eriksson und des früheren Boxweltmeisters im Schwergewicht Andy Ruiz!



Mittwoch , 22.01.2020


Die TLZ meldet: "Geldsegen für Literaturprojekte im ländlichen Raum"


Foto: Ulrike Merkel

Der Bund fördert den Lesezeichen-Verein in Jena und Ranis mit 80.000 Euro. Mit dem Geld werden drei Projekte finanziert.

Von Ulrike Merkel

Geldsegen für den Lese-Zeichen e.V.: Der Verein mit Sitz in Jena und Ranis erhält vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 80.000 Euro für Literaturprojekte im ländlichen Raum. Mit dem Geld werden in den kommenden drei Jahren unter der Überschrift „Land sehen“ drei Teilprojekte finanziert sowie die Stelle einer Projektassistentin.

Die erste Offerte ist bereits im Herbst gestartet. Sie richtet sich an Schulen. Der renommierte Kinderbuchautor Rolf Barth bietet mit Schauspieler Sven Pawlitschko und einem Illustrator einen fachübergreifenden Kurs zum Thema „Ein Kinderbuch entsteht“ innerhalb des Unterrichts an. Das Trio entwickelt zusammen mit Schülern eine Geschichte bis zum Druck. Als erste von insgesamt drei Thüringer Schulen fand die Werkstatt in der Grundschule in Stiebritz nahe Jena statt.

Das zweite Projekt beginnt diesen Donnerstag. Durch die monatliche Veranstaltungsreihe „Burg Im Puls“ auf der Literaturburg Ranis sollen künstlerische Impulse in den ländlichen Raum getragen werden und umgekehrt: Impulse aus der Provinz in die Kunstszene, wie der Geschäftsführer des Lese-Zeichen e.V., Ralf Schönfelder, erläutert. In Zeiten der gesellschaftlichen Polarisierung solle so die Diskussionskultur gefördert werden. Neben Lesungen sind auch Konzerte, Live-Hörspiele, Erzählabende und Poetry Slams geplant.

Den Anfang macht Liedermacher und Schriftsteller Stephan Krawczyk, der zu DDR-Zeiten genötigt wurde, seine Heimat zu verlassen. In Ranis singt, liest und erzählt er über die Freude an einem freien und sinnlichen Leben.

Am 13. Februar folgt ein Abend über die jüdische Dichterin Mascha Kaléko. Paula Quast trägt Gedichte Kalékos vor, begleitet wird sie vom Cellisten Krischa Weber.

Am 6. März folgt ein neues Format, wie Projektassistentin Romina Nikolic ankündigt: ein Märchen-Poetry-Slam. Die Veranstaltungen beginnen jeweils 19.30 Uhr.

Darüber hinaus plant der Lese-Zeichen-Verein in den nächsten drei Jahren literarisch-künstlerische Sommer-Werkstätten für Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren.

Vom 19. bis 23. August findet die erste Ausgabe dieser besonderen Talentförderung auf Burg Ranis statt. Die Teilnehmer können zwischen Kursangeboten zu Literatur, Fotografie und Stop-Motion-Animation wählen. Übernachtet wird im Kinder-, Jugend- und Tou­ris­tik­zen­trum in Lud­wigs­hof in Ranis.

Bewerbungen von Schulen (für das Kinderbuch-Projekt) und Jugendlichen (für die Sommerwerkstatt) sind unter ranis@lesezeichen-ev.de möglich.


Dienstag , 14.01.2020


"Liebestölpel". Lesung von Peter Wawerzinek


"Liebe, die krank macht und Sprache, die um das Leben ringt: Beim virtuosen Erzähler Peter Wawerzinek geht es immer wieder um alles.", schrieb Spiegel Online. Und: "Zu erleben, wie [Wawerzineks] sich stets neu erfindende Wortkunst immer wieder über das Unsagbare triumphiert, hinterlässt großes Staunen."



Mittwoch , 18.12.2019


Antje Babendererde liest aus "Schneetänzer" und berichtet über die Misshandlung von Indianerkindern


Antje Babendererde besucht seit vielen Jahrzehnten die amerikanischen Ureinwohner. In Kanada hat sie erfahren, wie bis in die 90er Jahre Kinder von ihren Eltern getrennt und in Internaten misshandelt wurden.



Mittwoch , 13.11.2019


Antje Babendererde liest aus "Schneetänzer" und berichtet von ihrer Recherche


Der neue Jugendbuchhit "Schneetänzer" von Antje Babendererde ist soeben erschienen. Auf Burg Ranis verriet uns die Autorin, was sie bei ihrer Recherche unter den amerikanischen Ureinwohnern in Kanada erlebte.



Mittwoch , 06.11.2019


Martin Knuth erhält das „Raniser Debüt“


Foto:

Das Thüringer Büro für Literatur und Kunst „Lese-Zeichen“ hat zum sechsten Mal das Literaturstipendium „Raniser Debüt“ vergeben. Aus rund 90 Einsendungen wählte die Jury den Autor Martin Knuth aus.

Die Form des Stipendiums ist einmalig: Es richtet sich an Autorinnen und Autoren ohne eigenständige Veröffentlichung. Der Stipendiat wird ein Jahr lang mit dem Lektor Helge Pfannenschmidt (Edition Azur) an seinem Manuskript arbeiten, das anschließend publiziert wird. Gestiftet wird das „Raniser Debüt“ von der Kreissparkasse Saale-Orla. Zuletzt erschien in der Reihe der erfolgreiche Lyrikband „Tage Fragmente“ von Lisa Goldschmidt.

Martin Knuth wird an einem Band mit Kurzgeschichten arbeiten, die sich mit dem Unheimlichen der Gegenwart beschäftigen. Mit Natur, die sich gegen uns wendet. Mit Technik, die ein Eigenleben führt. Mit Menschen, denen das Gefühl bequemer Vertrautheit unvermittelt abhandenkommt. Die auf ihren Abwegen fragwürdigen Gestalten begegnen; Trickbetrügern und Doppelgängern, modernen Gespenstern. Martin Knuth wurde 1984 in Görlitz geboren. Er studierte Philosophie, Germanistische Literaturwissenschaft sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Jena und Krakau. Er war u.a. Preisträger des „Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen“ und nahm teil an den Werkstätten mit Michael Stavarič und Feridun Zaimoglu auf Burg Ranis.


Montag , 21.10.2019


In der Zwischenzeit: Poesie - mit Kinga Tóth


Nun hört schon auf die fallenden Blätter zu zählen! Schmückt euren Tag lieber mit ein bisschen Poesie! In unserem neuen Video liest Kinga Toth aus den verzerrten und verkehrten Kinderreimen ihres Gedichtbands "Party".



Mittwoch , 09.10.2019


Feridun Zaimoglu über seine Arbeitsweise und "Die Geschichte der Frau"


Wie entwickelt Feridun Zaimoglu seine Romane? Auf Burg Ranis spricht der Autor über seine Arbeitsweise: Recherche ohne Internet, einzelne Worte als Rettungsringe, verzweifelte Nächte und kleine Erfolge.



Donnerstag , 19.09.2019


Fear & Loathing in Las Vegas: im Literaturpodcast Blaubart & Ginster


Wart ihr schon am Rand der Wüste, wo die Drogen zu wirken beginnen? Noch nicht? Dann wirds aber Zeit, nicht wahr? Wir sprechen über Hunter S. Thompsons Kultroman "Fear and Loathing in Las Vegas". Es geht um Rausch und Politik, den American Dream und Gonzo Journalismus.
... Wir sind nicht wie die anderen. Wir sind eure Freunde! Schalte ein!



Donnerstag , 19.09.2019


Ein Kinderbuch entsteht


Foto: Heide Moldenhauer


Die Kinderbuchfigur Herr Wolke begeisterte am 17.09. Kinder mit einer Zauber-Leseshow. Denn die 4. Klasse an der Staatlichen Grundschule „Talblick“ in Stiebritz hat die Gelegenheit, ein eigenes Buch zu gestalten. Begleitet wird dieses Vorhaben vom Kinderbuchautor Rolf Barth, gemeinsam mit dem Illustrator Dirk Trageser und dem Schauspieler Sven Pawlitschko, der seit vielen Jahren „Herr Wolke“ verkörpert. Gemeinsam mit den Kindern entwickeln die Künstler zunächst eine Geschichte. Von der Grundidee bis zum fertigen Buch lernen die beteiligten Schüler den Entstehungs- und Gestaltungsprozess eines Buches kennen.

Das Projekt des Lese-Zeichen e.V.s gehört zur Initiative "LAND SEHEN", die vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung gefördert wird.


Donnerstag , 19.09.2019


Nachruf auf Dana Kern


von Martin Straub

Am Freitag, dem 30. August 2019 starb Dana Kern nach langer, tapfer ertragener unheilbarer Krankheit. Betroffen stehen wir vor dieser Unumstößlichkeit. Das um so mehr, weil Dana Kern eine lebenssprühende, unermüdliche Arbeiterin war. Die studierte Theaterwissenschaftlerin bebaute ein äußerst vielfältiges kulturelles Terrain und wirkte damit über die Grenzen der Stadt hinaus. Unselige Grenzziehungen zwischen „E“ und „U“ waren ihr fremd. Was sie auszeichnete, war ein breites Kunstverständnis, eine Neugier auf neue Veranstaltungsformate und damit verbunden eine lebendige Kommunikation zwischen den Künstlern und ihrem Publikum. Erinnert sei an die gemeinsamen Reihen „WortKlang, Lyrik im Konzert“, an „poetry slam“ –Veranstaltungen und höchst vergnügliche Lesungen in der Meininger Bibliothek mit dem Thüringer Literaturquintett. Vor allem aber ist es Dana Kern zu verdanken, wenn das Thüringer Märchen- und Sagenfest, das vor Jahren seinen Ausgangspunkt beim Lese-Zeichen e.V. hatte, eine neue Ausstrahlung gewann. Die Verleihung des Thüringer Märchen- und Sagenpreises „Ludwig Bechstein“ aller zwei Jahre seit 2001 und das damit verbundene Symposium wirkten weit über Meiningen und Thüringen hinaus und befreiten das Ganze von einer gewissen Provinzialität. Der Preis wurde nicht nur an Erzählerinnen, Erzähler und Märchenforscher aus Deutschland verliehen, sondern aus England, dem Benin oder der Türkei und den USA. Und so wird gerade mit diesen Veranstaltungen etwas gefördert, das heute mehr denn je lebensnotwendig ist: Toleranz und praktische Humanität mündiger Bürger.
Dana Kern und ihre Unermüdlichkeit werden uns fehlen. Ihre Zugewandtheit und Empathie, ihre Lebens- und Arbeitslust. Sie hat ein Netzwerk geschaffen, das viele Aktivitäten in diesem kleinteiligen Freistaat zu einem Ganzen verband. Wir denken an sie, indem wir arbeiten.


Dienstag , 10.09.2019


Nachruf auf Werner Söllner


Foto: Von Dontworry - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10822905

Am 19. Juli 2019 starb der rumänien-deutsche Lyriker und Essayist Werner Söllner nach schwerer Krankheit mit 68 Jahren. Als er am 8.Oktober des Vorjahres in Schillers Gartenhaus mit leiser Stimme las und diskutierte , merkte man ihm an: es ging ihm nicht gut. Und dennoch war er konzentriert bei der Sache mit der ihm eigenen Genauigkeit. Freilich, sein Werk ist schmal, aber für die deutschsprachige Lyrik von großem Gewicht. Werner Söllner war zögerlich, ehe er seine Gedichte der Öffentlichkeit übergab. Zwei Bände vor allem sind es, die der Leser wieder zur Hand nehmen sollte: „Der Schlaf des Trommlers“ (1992) und“ Knochenmusik“(2015).

Immer wieder wird Werner Söllners Dichtung mit Celan in Verbindung gebracht. Söllners lyrische Sprache ist schlicht im besten Wortsinne, er ist nicht auf das Spektakuläre aus, seine Metaphern frei von Pathos, nahe der Alltagssprache. 1982 übersiedelt er in die Bundesrepublik und leitete das Hessische Literaturforum „Moussonturm“. Wer Herta Müller liest, weiß, welchen Druck die rumänien-deutschen Dichter in dem von der Securitate beherrschten Rumänien auszuhalten hatten Ihm erlag auch Werner Söllner. Und er trug schwer an dieser Schuld. 2009 machte er diese Verstrickung öffentlich. All das hat Werner Söllner nicht losgelassen. Der damit verbundene Schmerz wird auch in den Gedichten seines letzten Bandes offensichtlich. „Jede Nacht, pünktlich/ um drei weckt mich / die Wahrheit.// und ich erschrecke / davor, liege schlaflos im Dunkeln/ und frage: ist es meine Wahrheit, vor der / ich erschrecke, oder ist es / die Wahrheit der andern? “Und welche/ von beiden ist schlimmer?“

Das ist wohl eines der Grundthemen seines letzten Bandes: dieses sich selbst auf die Spur kommen. Spricht man von Werner Söllner, müssen seine vielfältigen Verbindungen nach Thüringen gewürdigt werden, etwa zu Wulf Kirsten und Annerose Kirchner. Es gab eine Lesung in Ilmenau mit Wulf Kirsten. Auf Burg Ranis las er mit Nancy Hünger und Uljana Wolf. Später trug er zu dem Band „Mehrfachbelichtung. Rumänische Erkundungen“ (2011) des Lese-Zeichen e.V. mit vier Gedichten bei. Nicht zu vergessen, seine Werkstätten im „Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen“, an denen nicht wenige Thüringer teilnahmen, wie Daniela Danz, Nancy Hünger, Jan Röhnert, Romina Niculic oder Christian Rosenau, Moritz Gause und Peter Neumann. Sie alle fühlen sich wohl in einem durch Werner Söllner bestärkt, der Verantwortung vor dem Wort.

Martin Straub


Donnerstag , 25.07.2019


Franz Dobler spricht über Krimitrends & seinen Roman "Ein Schlag ins Gesicht"


Franz Dobler ist Kult, das steht mal fest. In unserem neuen Video macht er sich über den Deutschen Krimipreis lustig und ärgert sich über die Moden des Genres.



Freitag , 19.07.2019


Melanie Raabe über unheimliche Begegnungen und ihren Thriller "Der Schatten"


Melanie Raabe gehört zu den Stars unter den Thriller-Autoren. Ihr Roman "Die Falle" war ein internationaler Bestseller; TriStar Pictures sicherte sich die Filmrechte. Auf Burg Ranis las sie kürzlich aus ihrem neuen Roman "Der Schatten".



Mittwoch , 26.06.2019


In der Zwischenzeit: Poesie - André Schinkels Rückkehr nach Ranis


André Schinkel liest ein Ranisgedicht, nachdem er eine Raniser Dame vom Burgplatz verwiesen und ins legendäre Gasthaus "Zur Schmiede" geschickt hat. Am 08.06. ist André endlich wieder auf Burg Ranis zu erleben: Bei "Lyrik im Tanz"!

Das komplette Programm finden Sie in unserem Kalender.



Freitag , 31.05.2019


Jorge Luis Borges: "Fiktionen" im Literaturpodcast Blaubart & Ginster


Kurz vor der Buchmesse widmen Ralf Schönfelder und Mario Osterland ihre Sendung dem Hüter der Bücher, dem blinden Bibliothekar der Weltliteratur, Jorge Luis Borges. Erfahrt mehr über Borges Leben und seinen bahnbrechenden Erzählband "Fiktionen". Es geht um Metatexte und Textlabyrinthe, um Politik und Perón, Realität und (Magischen) Realismus, Umberto Eco und Clemens Setz.



Dienstag , 19.03.2019


Rufus Beck liest Mark Twain: Die schreckliche deutsche Sprache



Der vielseitige Schauspieler und Hörbuchsprecher Rufus Beck liest aus Mark Twains verzweifeltem Bericht über seine Bemühungen, die "schreckliche" deutsche Sprache mit ihren vielen Regeln - und noch zahlreicheren Ausnahmen - zu erlernen.


Donnerstag , 20.12.2018


Andreas Berner - der Vorsitzende des Lese-Zeichen e.V. - wurde mit dem Ehrenbrief des Freistaats Thüringen ausgezeichnet



In der Begründung hieß es:
"Als Lehrer am Bad Lobensteiner Gymnasium, als Maler, Zeichner, Grafiker und Fotograf und Produzent von Künstlerbüchern bringt er seine Erfahrungen in die Vereinsarbeit ein. Sie fließen in das breitgefächerte Jahresprogramm des Vereins mit ca. 240 Veranstaltungen ein. Dabei wird die Kunst- und Kulturarbeit zum Bindeglied im ländlichen Raum, speziell im Saale-Orla-Kreis. Burg Ranis, auf der inzwischen die 22. Literaturtage vorbereitet werden, wurde eine wichtige Instanz für den Landkreis. Seine Arbeit unterstreicht immer wieder die Bedeutsamkeit eines lebendigen literarischen und künstlerischen Lebens für die Förderung und Entwicklung einer demokratischen Kultur im Geiste von Toleranz und Friedensfähigkeit. Andreas Berner widmet sich vor allem dem Ausbau der Sommerwerkstatt “Art & Wiese“, die seit über 15 Jahren stattfindet. Ein Höhepunkt der Werkstatt-Arbeit war das EU-Projekt mit jungen Menschen aus Rumänien, Finnland, Österreich, Tschechien und Russland zum Thema „Heimat im Europa der Regionen“, das von der EU-Kommission höchste Anerkennung fand. Andreas Berner leistet nicht nur konzeptionelle Arbeit, er gestaltet die Werbung und Programmhefte, die Reihe „Raniser Debut“ und „Wortwelten Bildwelten“. In diesem Jahr wird es in Jena eine Werkschau zu Paul Celan geben. Andreas Berner ist ein wichtiger Freund und Partner für seine Vereinsmitglieder und auch in schwierigen Situationen ein vertrauensvoller Ansprechpartner. "


Dienstag , 18.12.2018


Boualem Sansal über Islamismus und seinen Roman "2084"


Der algerische Autor Boualem Sansal - Träger des Friedespreises des Deutschen Buchhandels - eröffnete 2016 die Thüringer Literaturtage auf Burg Ranis. Er sprach über die Gefahren extremistischer Ideologien - insbesondere des Islamismus. Sein dystopischer Roman "2048" spielt in dem fiktiven Land Abistan, in dem die Verehrung eines einzigen Gottes und das Leugnen der Vergangenheit das Herrschaftssystem bestimmen. Jegliches individuelle Denken ist abgeschafft; das Eingeschworensein auf ein allgegenwärtiges Überwachungssystem steuert die Ideen und verhindert abweichendes Handeln.



Mittwoch , 07.11.2018


Haikus + Animationen der Sommerwerkstatt Art & Wiese


Bei der Sommerwerkstatt Art & Wiese auf Burg Ranis probieren Jugendliche ab 12 Jahren ihre Talente aus: im literarischen Schreiben, in der Fotografie, der Malerei und im Animationsfilm. 2018 entstanden u.a. diese Filme und Texte:



Freitag , 05.10.2018


Harald Welzer über die schleichende Ausbreitung des Rechtsextremismus


Ein Nachtrag zu Chemnitz: Harald Welzer stellt ein Gedankenexperiment vor: Wie entsteht die Akzeptanz von rechtsextremen Gedankengut? Und können wir uns selber trauen?



Mittwoch , 05.09.2018


In der Zwischenzeit: Poesie - mit Daniela Danz


Wenigstens ein Gedicht am Tag sollte jeder lesen. Oder - noch besser - sich von der Dichterin vorlesen lassen. Hier ist unser neues Video; diesmal mit Daniela Danz:



Donnerstag , 30.08.2018


Neu auf youtube: Ulrich Zieger auf Burg Ranis


Ulrich Zieger las am 13.04.2015 auf Burg Ranis aus seinem Roman "Durchzug eines Regenbandes". Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte des großen Dichters. Ulrich Zieger starb am 23.07.2015 im Alter von nur 53 Jahren.

In dem neuen Video auf unserem youtube-Kanal kann man noch einmal Zieger erleben:



Montag , 23.07.2018


Neu auf youtube: Hemingway & der Alkohol


Die Literarische Destille präsentiert die Top 10 kaum bekannten Fakten über Hemingway & den Alkohol.
Das Video auf unserem youtube-Kanael basiert auf einem Mitschnitt unserer Veranstaltung vom 12.01.2018 in der Villa Rosenthal Jena.

Was trank Ernest Hemingway am liebsten? Wie viel vertrug er davon? Und wie mixt man eigentlich einen Whiskey Gebirgsbach? Gönnen Sie sich einen Drink & das Video der Literarischen Destille.



Dienstag , 27.03.2018


"Ins Innere: Annäherungen an Franz Fühmann". Herausgegeben von Peter Braun und Martin Straub


Nach dem Band "Hilbigs Bilder" haben Peter Braun und Martin Straub im Wallstein Verlag einen neuen Sammelband heraus gegeben, der sich dem Schriftsteller Franz Fühmann widmet.

Franz Fühmann (1922 – 1984) – ein produktives Schriftstellerleben, in dem sich das 20. Jahrhundert bricht, und ein verzweigtes, vielgestaltiges Werk, das sich von keiner Doktrin bändigen ließ.

Aus ganz unterschiedlichen Richtungen nähern sich die Autorinnen und Autoren dieses Buches Franz Fühmann an. Sie berichten von ihren persönlichen Erfahrungen mit ihm und von dem Einfluss, den er auf sie ausgeübt hat, verfolgen seine intellektuelle Biographie, öffnen sein Archiv, lesen seine Bücher, reflektieren über seine Poetik oder fragen nach den Figuren des Zufalls.

Die Beiträge stammen von Helmut Böttiger, Matthias Braun, Peter Braun, Joachim Hamster Damm, Daniela Danz, Barbara Heinze, Anja Kampmann, Frauke Meyer-Gosau, Dietmar Riemann, Martin Straub.

Das Buch kann ab sofort für € 19,90 bei uns bestellt werden.

E-Mail: info(at)lesezeichen-ev.de


Dienstag , 02.01.2018


NARRARE - Lange Nacht der Geschichten


Zur langen Nacht der Geschichten erzählen sieben professionelle Erzählkünstler*innen von Wurzeln und Flügeln.

Programm

18:30 – 19:30 Uhr Lange Nacht der Geschichten – Teil 1

19:30 – 20:15 Uhr Abendessen (Buffet)

20:15 – 21:15 Uhr Lange Nacht der Geschichten – Teil 2

21:15 – 21:45 Uhr Pause

21:45 – 22:30 Uhr Lange Nacht der Geschichten – Teil 3

Martin Ellrodt ist Geschichtenerzähler. Er benötigt nichts weiter als seine Stimme, um Menschen in fremde Welten zu entführen. Seine Vorbilder sind die irischen Barden, welche sieben Jahre lang lernen, mit ihrem Harfenspiel die Menschen zum Lachen zu bringen, sieben Jahre, sie zu Tränen zu rühren und noch einmal sieben Jahre, um sie zum Einschlafen zu bringen. Martin Ellrodt ist einer der ganz Großen in der deutschsprachigen Erzählerszene.

Martin Niedermann (Schweiz) ist professioneller, zertifizierter Erzähler und Leiter der Erzählakademie in Dornach/Aesch. Er arbeitet als Heilpädagoge in der Christophorus-Schule Bern, veröffentlichte mehrere Bücher mit therapeutischen Geschichten, tritt als Musiker mit den Berner Barden auf und ist Mitbegründer und Erzähler der "Freien Marionettenbühne Wengen“. Im Sommer zieht er mit seinem Esel „Noldi“ erzählend durch die Schweiz. Ein Geschichten-Erzähler, der begeistert, bildet und verzaubert.

Maria Carmela Marinelli (Italien), geboren unter der Sonne Apuliens, lebt heute in Leipzig. Sie erzählt äußerst vital, suggestiv, voller Humor, mit überbordendem Temperament, auf Deutsch, Italienisch, Spanisch, und wenn die Sprache nicht mehr ausreicht, mit Händen, Füßen und einem großen Herzen.

Annika Füser (Deutschland, 1988) erzählte schon mit 7 ihrem kleinen Bruder Geschichten. Jetzt ist sie freie Erzählerin, Theaterpädagogin und Regisseurin in Berlin. Sie studierte Theaterpädagogik im Master und Künstlerisches Erzählen an der UDK Berlin. Annika Füser berührt mit ihren Geschichten heiße Eisen und schaut stets über den Tellerrand.

Mohammed Kello (Syrien, 1993) erbte das Erzählen und viele Geschichten von seiner Oma. Sein Humor und seine Spielfreude lassen die Zuhörer Zeit und Raum vergessen. Er ist Schauspieler beim Club Al-Hakawati, arbeitet als Übersetzer und ist seit Februar 2019 Teilnehmer des Zertifikatskurses Künstlerisches Erzählen an der UDK Berlin.

Lukas Müller ist Erzähler, Theaterpädagoge und Sekundarlehrer. Seit 2014 leitete unterschiedliche theaterpädagogische Projekte, assistierte und inszenierte u.a. in Schulen in der Schweiz und in Deutschland, sowie im Bereich der Erwachsenenbildung und war während den Spielzeiten 2016-2018 als Theaterpädagoge am Deutschen Theater Berlin angestellt. Gleichzeitig absolvierte er die Weiterbildung „Storytelling in Art and Education“ an der Universität der Künste Berlin.

Florian Fischer hat Politikwissenschaft, Friedensforschung und Internationale Beziehungen in Marburg, Lille/Frankreich und Berlin studiert. Heute lebt er in Berlin und ist freier Trainer, Prozessbegleiter und Erzähler. Ausgebildet wurde er an der Universität der Künste in Berlin.

Antje Horn stammt aus Jena. Sie ist Erzählerin mit Leib und Seele, Herz und Verstand. Bekannt ist sie als Dexelstipendiatin der Stadt Jena, Stipendiatin der Kulturstiftung Thüringen, Initiatorin und künstlerische Leiterin des Festivals «NARRARE» und weiterer Veranstaltungsreihen im Thüringer Raum.


Dienstag , 08.10.2019