Lese-Zeichen e.V.



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Donnerstag | 11.06.2026 18:30
Thüringer Literaturtage
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Thüringer Literaturtage
Freitag | 12.06.2026 19:30
Thüringer Literaturtage

Neuigkeiten


Zum Tod von Hubert Weiße


Copyright: Romina Nikolic

Foto: Romina Nikolic

Am Dienstag, dem 27. Februar 2024, 19.30 Uhr starb der Wirt des Gasthauses „Zur Schmiede“ Hubert Weiße in seiner Wohnung. Diese bittere Nachricht empfing ich am Mittwochvormittag. Und immer wieder kam damit die Frage: Ranis ohne Hubert? Ich kann es noch immer nicht fassen. Solchen schmerzlichen Endgültigkeiten steht man hilflos gegenüber. Hubert ist tapfer mit seiner Krankheit umgegangen. Er hat anderen damit Mut gemacht und er steckte noch voller Pläne.

Als Landolf Scherzer, Matthias Biskupek und ich vor gut 30 Jahren nach Ranis kamen, um mit Vertretern der Pößnecker Druckerei über mögliche Literaturtage auf der Burg zu sprechen, kehrten wir natürlich in der „Schmiede“ ein. Und Hubert, hinter dem Tresen unübersehbar, neugierig, skeptisch und immer gesprächsbereit, gab Ratschläge. Die Gaststätte, mit ihren Sprüchen und Bildern, ein einmaliges Ambiente, wie viele haben es mit den ersten Blicken staunend zur Kenntnis genommen, ob Harry Rowohlt, Norbert Blühm mit seinen Kinderbüchern unterm Arm oder die Schriftstellerin und Goethe-Forscherin Sigrid Damm. Und Hubert? Selbstbewusst und freundlich, nicht ohne Ironie, den Schalk im Nacken, gab Auskunft und natürlich ein „Schmiedefeuer“.

Hubert hatte vor der Übernahme der Gaststätte 1993 als Landmaschinen-Schlosser in Krölpa gearbeitet und dort auch seinen Meister gemacht. Feuerwehrchef war er über 10 Jahre im Ort und natürlich war er im Männerballett des Karnevalsvereins. Hubert, ein Mann, der die Geselligkeit liebte, sein so eigener Humor war ab und zu rau und gewöhnungsbedürftig, doch er kam von Herzen und wenn er ganz grimmig ausschaute, kam meistens was Lustiges. Und eines sei betont. Seine soziale Ader und seine soziale Arbeit. Insofern war er für das Leben in der Stadt ungemein wichtig.

Ein Höhepunkt der Thüringer Literaturtage war der Poetry Slam im Raniser Winkel, ohne Hubert undenkbar. Seit 2008 findet dieser Dichterwettstreit nun statt. Und er ist weit über die Grenzen von Ranis bekannt, einschließlich Huberts Soljanka natürlich. Was die Gäste kaum ermessen können, ist die aufwendige Vorbereitung. All das ist weit mehr als „bloße Volksbespaßung“. Wie auch die Lesungen in der „Schmiede“ Höhepunkte im literarischen Leben waren. Ob Lyriklesungen oder Märchenstunden.

Leb wohl, Hubert, Du hast für unseren Verein, den Lese-Zeichen e.V., viel getan. Marius Koity, dem OTZ-Journalisten erzählte Hubert, er habe „im Laufe der Literaturjahre hunderte Schriftsteller vom blutjungen Slammer bis zu ergrauten Nobelpreiskandidaten verköstigt“. Und so ist es kein Wunder, wenn er in Gedichten und Essays verewigt wurde. Wie schrieb doch der ehemalige Stadtschreiber von Ranis, Andrè Schinkel. In seinem „SONG FOR HUBERT“

Jubilate Dir, Hubert!-
Hüter der Schmiede,
Verwalter der Karten,
Erhalter des Geistes!

Jubilate Dir, Hubert!-
Erlöser der bierlosen Nächte,
Wächter des großen,
Einzigen Hämmerklaviers!

Wenn die Sonne über
Den Burgwall nach Hause geht,
gibt es noch Licht in
Den Fenstern im Eckhaus...“

Martin Straub im Namen des Vorstandes


Freitag, 01.03.2024


Thomas Bernhard: Das Kalkwerk


Der Privatgelehrte Konrad hat in einem Kalkwerk Zuflucht gefunden, wo er vergeblich versucht, eine Studie über das Gehör zu schreiben. Seine an einen Krankenstuhl gefesselte Frau und er leben in unheilvoller Abhängigkeit miteinander. Das Repertoire aus Stoffen und Stil, für das Thomas Bernhard berühmt wurde, zeigt sich bereits in seinem dritten Roman – darunter der unverwechselbare Rhythmus seiner Sätze. Ralf und Mario sprechen außerdem über die Briefwechsel-Burleske, die Bernhard mit seinem Verleger Siegfried Unseld veranstaltete.

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Dienstag, 20.02.2024


Edgar Allan Poe: Arthur Gordon Pym


Edgar Allan Poes einziger Roman ist ein wildes Seeabenteuer mit den klassischen Elementen des Genres: eine Schiffsreise mit blindem Passagier und Meuterei, tosende Stürme, unentdeckte Inseln. Und Poe wäre kein Meister des Grauens, hätte er nicht einige schaurige Höhepunkte eingestreut.

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Montag, 12.02.2024


Stefan Zweig: Schachnovelle


Stefan Zweigs Figuren teilen seine Lebensneugier, die vor allem Obsessionen gilt. In seiner berühmtesten Novelle treffen gleich zwei Besessene aufeinander: der Schachweltmeister Czentovic, kalt und berechnend wie eine Maschine, und Dr. B., der sich während seiner Inhaftierung durch die Nazis vor dem Wahnsinn rettet, indem er in Gedanken Meisterpartien nachspielt.

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Montag, 11.12.2023


Nachruf auf Verena Zeltner


Wir trauern um Verena Zeltner. Sie verstarb nach einem Krebsleiden am Sonntag, dem 3. April im Alter von 70 Jahren.

Fragt man Freunde und Kollegen nach Verena, so kommen immer wieder die Stichworte: Freundlichkeit und Empathie. Nun werden wir ihr Lächeln, mit dem sie die Stufen zum Veranstaltungssaal der Burg Ranis heraufkam, vermissen. Noch im Februar stand sie mit Heidi Axel im Mittelpunkt einer Ausstellung im Landratsamt Schleiz: „Schreiben aus Leidenschaft. Zweiter Beruf Schriftstellerinnen“. Marius Koity erzählte mir, wie sehr sie sich über diese Würdigung gefreut hat und dass sie voller Pläne war.

Schon früh hatte sie den Traum, ein Buch zu schreiben. Ernsthaft begann sie damit nach ihrem Wirtschaftsingenieurstudium und einer Kehlkopfoperation. Und ganz sicher wurde sie von ihrem Lebensgefährten Jürgen Albert ermutigt, ihre ersten Bücher in dem eigens gegründeten „Thami-Verlag“ herauszugeben. Und so erschienen zwischen 1999 und 2021 über 20 Bücher, dazu noch viele Kurzgeschichten in Zeitungen und Zeitschriften. Ich habe mich immer auf die „obligatorische“ Weihnachtsgeschichte gefreut, die pünktlich in meinem Briefkasten landete.

Überblickt man diese große Zahl ihrer Bücher, so fällt auf, dass sich Verena Zeltner zunehmend den harten Konflikten von Vergangenheit und Gegenwart stellt. So etwa in „Kornblumenkinder“, wo es um die Zwangsumsiedlungen aus grenznahem Raum um 1961 geht, oder wenn sie über Drogenprobleme und Umweltschutz schreibt. Natürlich schimmert da auch immer ein Wesenszug von ihr durch, die Hoffnung, dass sich die Dinge zum Guten wenden können.
So auch in ihrem letzten Buch: „Lass uns Liebe buchstabieren“. Ihr Stil ist „schlicht“ und alltagsnahe im besten Wortsinne. Gegen Ende des Buches heißt es: „Eine Weile sitzen wir so da, ohne ein Wort zu sagen, und beobachten die Sterne. „Keine einzige Sternschnuppe“, sagte ich und seufzte. „Na ja“, sagte Stefanie, „vielleicht können ja manchmal Wünsche auch ohne Sternschnuppen in Erfüllung gehen.“

Martin Straub im Namen des Vorstands des Lese-Zeichen e.V.


Montag, 11.12.2023


Neue Folge "Blaubart & Ginster": Dostojewskis "Der Spieler"


Aleksej ist ein Glücksspieler, den Geld nicht interessiert. Er arbeitet für einen hochverschuldeten General, der nur eine Hoffnung kennt: das Vermögen seiner Großtante zu erben. Doch die Tante ist quicklebendig und entdeckt den Nervenkitzel des Roulettes. Rien ne va plus – nichts geht mehr.

Dem Sog der Romane Dostojewskis kann man sich nicht entziehen. Wie kein anderer Autor lässt er die Leser/innen teilhaben an Leidenschaften, die bis zu vorsätzlicher Selbstzerstörung reichen.
Ralf und Mario sprechen auch über Dostojewskis Scheinhinrichtung sowie die irrwitzige Geschichte der Entstehung des Romans. Und darüber, wer Dostojewski heute für sich beanspruchen will.

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Montag, 11.12.2023


"Ins Innere: Annäherungen an Franz Fühmann". Herausgegeben von Peter Braun und Martin Straub


Nach dem Band "Hilbigs Bilder" haben Peter Braun und Martin Straub im Wallstein Verlag einen neuen Sammelband heraus gegeben, der sich dem Schriftsteller Franz Fühmann widmet.

Franz Fühmann (1922 – 1984) – ein produktives Schriftstellerleben, in dem sich das 20. Jahrhundert bricht, und ein verzweigtes, vielgestaltiges Werk, das sich von keiner Doktrin bändigen ließ.

Aus ganz unterschiedlichen Richtungen nähern sich die Autorinnen und Autoren dieses Buches Franz Fühmann an. Sie berichten von ihren persönlichen Erfahrungen mit ihm und von dem Einfluss, den er auf sie ausgeübt hat, verfolgen seine intellektuelle Biographie, öffnen sein Archiv, lesen seine Bücher, reflektieren über seine Poetik oder fragen nach den Figuren des Zufalls.

Die Beiträge stammen von Helmut Böttiger, Matthias Braun, Peter Braun, Joachim Hamster Damm, Daniela Danz, Barbara Heinze, Anja Kampmann, Frauke Meyer-Gosau, Dietmar Riemann, Martin Straub.

Das Buch kann ab sofort für € 19,90 bei uns bestellt werden.

E-Mail: info(at)lesezeichen-ev.de


Montag, 11.12.2023


Neu auf youtube: Ulrich Zieger auf Burg Ranis


Ulrich Zieger las am 13.04.2015 auf Burg Ranis aus seinem Roman "Durchzug eines Regenbandes". Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte des großen Dichters. Ulrich Zieger starb am 23.07.2015 im Alter von nur 53 Jahren.

In dem neuen Video auf unserem youtube-Kanal kann man noch einmal Zieger erleben:



Montag, 11.12.2023


Andreas Berner - der Vorsitzende des Lese-Zeichen e.V. - wurde mit dem Ehrenbrief des Freistaats Thüringen ausgezeichnet



In der Begründung hieß es:
"Als Lehrer am Bad Lobensteiner Gymnasium, als Maler, Zeichner, Grafiker und Fotograf und Produzent von Künstlerbüchern bringt er seine Erfahrungen in die Vereinsarbeit ein. Sie fließen in das breitgefächerte Jahresprogramm des Vereins mit ca. 240 Veranstaltungen ein. Dabei wird die Kunst- und Kulturarbeit zum Bindeglied im ländlichen Raum, speziell im Saale-Orla-Kreis. Burg Ranis, auf der inzwischen die 22. Literaturtage vorbereitet werden, wurde eine wichtige Instanz für den Landkreis. Seine Arbeit unterstreicht immer wieder die Bedeutsamkeit eines lebendigen literarischen und künstlerischen Lebens für die Förderung und Entwicklung einer demokratischen Kultur im Geiste von Toleranz und Friedensfähigkeit. Andreas Berner widmet sich vor allem dem Ausbau der Sommerwerkstatt “Art & Wiese“, die seit über 15 Jahren stattfindet. Ein Höhepunkt der Werkstatt-Arbeit war das EU-Projekt mit jungen Menschen aus Rumänien, Finnland, Österreich, Tschechien und Russland zum Thema „Heimat im Europa der Regionen“, das von der EU-Kommission höchste Anerkennung fand. Andreas Berner leistet nicht nur konzeptionelle Arbeit, er gestaltet die Werbung und Programmhefte, die Reihe „Raniser Debut“ und „Wortwelten Bildwelten“. In diesem Jahr wird es in Jena eine Werkschau zu Paul Celan geben. Andreas Berner ist ein wichtiger Freund und Partner für seine Vereinsmitglieder und auch in schwierigen Situationen ein vertrauensvoller Ansprechpartner. "


Montag, 11.12.2023


Thüringer Literaturtage - digital!


Copyright: Ralf Schönfelder

Foto: Ralf Schönfelder

Sie finden die 23. Thüringer Literaturtage unter: www.thueringer-literaturtage.de

Seit Jahren findet der Höhepunkt der Thüringer Literaturtage während des zweiten Juniwochenendes auf Burg Ranis statt. Doch die unsichere Situation öffentlicher Veranstaltungen während der Corona-Pandemie hat uns zu einer Planänderung bewogen. Die vom 11.06. bis 14.06. angesetzten Veranstaltungen werden abgesagt. An ihre Stelle tritt jedoch ein multimediales Festival für das Publikum im Internet, bei dem zahlreiche der angekündigten Künstlerinnen und Künstler mitwirken werden.

Entstehen wird eine Sammlung von Videos, Texten, Animationen und Audiomaterial, die während einer Festivalwoche vom 13.07. bis 19.07. auf www.thueringer-literaturtage.de veröffentlicht werden. Die Dreharbeiten für die Videos finden in den kommenden Wochen auf Burg Ranis statt. Unter anderem werden Lutz Seiler, Katrin Schumacher, Hartmut Rosa, Clemens Meyer, Antje Horn und Mehrdad Zaeri beteiligt sein.

Unter dem Titel „Vorübergehend: unverfügbar“ wird sich das Festival mit den Erfahrungen der letzten Monate auseinandersetzen. Funktioniert unser Alltag nur, wenn die Welt uns zu Diensten steht? Kann aus Kontrollverlust und Unverfügbarkeit, neben aller Beschwernis, auch eine Besinnung auf das Wesentliche wachsen?



Montag, 11.12.2023