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Wortwelten/Bildwelten

Kinoabend: „Die Zeit ist aus den Fugen“

Der Regisseur Christoph Rüter spricht mit Nina Birkner.

22.11.2017  - 19:30 Uhr


Es war das letzte große Theaterereignis der DDR: Heiner Müllers siebeneinhalbstündige Hamlet-Inszenierung am Deutschen Theater. Doch während die Proben im Herbst 1989 laufen, gerät die Zeit buchstäblich aus den Fugen. Mit der friedlichen Revolution bricht die Geschichte in den Theaterraum hinein. Der Film begleitet Heiner Müller, Ulrich Mühe, Margarita Broich und andere auf der Theaterbühne, zur Kundgebung auf den Alexanderplatz und während der letzten Wahlen zur Volkskammer der DDR. 

„Und wie ein Fels in der Brandung: Heiner Müller, der seine Zigarre pafft und die Lage immer analytisch-dialektisch im Griff hat … Spannend wird die Dokumentation … durch die harte Montage von Theaterbildern und historische Tableaus, wie sie auch das beste Theater nicht hinkriegt.“ (Die Zeit)

Die Villa Rosenthal verwandelt sich an diesem Abend in ein Kino. Der Regisseur Christoph Rüter wird anwesend sein und mit Nina Birkner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena über den Film sprechen. 

Eintritt: € 5,-

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AUSSTELLUNGSINFORMATION

Die Zeit ist aus den Fugen.

Müller / Hamlet / Maschine

Die Welt scheint zu entgleisen. Die politischen Vorbeben machen fassungslos. War die Hoffnung auf gesellschaftlichen Fortschritt eine Illusion? Sollen wir jetzt eingreifen? Oder Zuflucht im Privaten suchen?

Ausgehend von politischen Überlegungen, die uns bestens vertraut sind, schreibt Heiner Müller 1977 „Die Hamletmaschine“: einen der radikalsten Texte der deutschen Literatur. In fünf Monologen auf gerade einmal neun Druckseiten tranchiert Müller die Gegenwart und sich selbst. Vom Verrat der Intellektuellen handelt sein Stück, vom Ende der Utopien, von der Rebellion der Frauen, vom Selbstekel der Privilegierten, von Suizid, Kybernetik, der Auflösung der Identitäten. Die letzte Szene endet mit dem Wunsch, die ganze Welt ungeschehen zu machen – und einem Zitat der Charles-Manson-Family.

In diesem Koordinatennetz bewegt sich die Ausstellung. Die Techniken und das Material der Arbeiten reichen von Malerei und Grafik über Objekte aus Holz oder Keramik bis zu Videoinstallationen. Dazu gibt es ein vielseitiges Rahmenprogramm. 

Teilnehmende Künstler: Andreas Berner, Gernot Ehrsam, Michael Ernst, Cosima Göpfert, Kinga Tóth, Andreas Leonhardt, Martin Neubert, Alexander Neugebauer, Ana Maria Vallejo.

Veranstalter:

Eine Veranstaltung des Lese-Zeichen e.V. mit der Villa Rosenthal.

 

Ort:
Villa Rosenthal Jena

 

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