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08.03.2017

Dichtung zwischen düsteren Worten und schmutzigen Rhythmen

Ostthüringer Zeitung

23 Jahre nach dem Tod von Charles Bukowski ­erinnert die musikalische Lesung in Greiz an den Dichter und Schriftsteller.Archivfoto: Eckarth Palutke

Greiz. Im Frühjahr 2016 trafen sich der Musiker Tilotanik und der Autor M. Kruppe im Freiraum Pößneck, um auf dem roten Sofa dem amerikanischen Autor Charles Bukowski (1920-1994) zu huldigen. Ungeprobt und unabgesprochen, völlig spontan und intuitiv wurde aus diesem lyrischen Blues-Punk-Auftritt eine äußerst gelungene Lesung – und ein außergewöhnliches Duo.

Tilotanik spielt schmutzigen Blues-Punk und bedient dabei E-Gitarre ebenso wie Percussion-Elemente und Mundharmonika. Zusammen mit seinem Gesang ergibt das einen Sound, der an "Reverend Beat Man", "John Schooley" oder "Reverend Elvis" erinnert. Seine Songs bieten eine auflockernde Abwechslung zum gelesenen Wort. Dieses kommt von M. Kruppe. Er liest die Lyrik und Prosa von Bukowski nicht nur, er lebt sie.

Charles Bukowski war ein umstrittener Schriftsteller, für die einen ein Gossenpoet, für die anderen ein vulgärer Schreiberling oder ein großartiger, düsterer Dichter. Seine von Alkohol, Sex und harten Worten durchmischten Texte sind Spiegel der menschlichen Seele und deren Abgründe. Am 9. März jährt sich sein Todestag zum 23. Mal. Daran erinnert die musikalische Lesung am Freitag in Kooperation mit der Bibliothek Greiz und den Vereinen Lese-Zeichen Jena und Alte Papierfabrik.